Alte und neue Gesichter beim SV Plüderhausen

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Wie fast alle Erstligisten - mit Ausnahme des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, der auch 2010/11 komplett auf bewährtes Personal setzt - hat auch der SV Plüderhausen seinen Kader für die kommende Saison deutlich verändert.

Nach einer durchwachsenen Saison 2009/10, die nicht annähernd an die für den SVP grandiose Spielzeit zuvor heranreichte, in der ETTU Cup und Ligapokal ins Remstal geholt wurden, hat sich der Kader der Schwaben nunmehr signifikant verändert. Vom alten Stamm wurde nur „Local Hero“ Aleksandar Karakasevic gehalten, jener eigenwillige Serbe mit dem unglaublichen Ballgefühl, der an guten Tagen absolute Weltklasse spielt, an schlechten mitunter jedoch kaum einen Ball trifft. In jedem Fall ist "King Kara" ein unverwechselbarer Typ, einer der begeistert und auch polarisiert. Ex-Weltmeister Jörgen Persson zog es in seine schwedische Heimat zurück, während der Pole Jakub Kosowski, den man gerne in Plüderhausen gehalten hätte, nun doch für Absteiger Frickenhausen aufschlagen wird, dessen Ausflug in die Zweitklassigkeit wohl nur von kurzer Dauer sein dürfte. Vom jungen Engländer Paul Drinkhall hatte man sich bereits kurz vor Ende der letzten Punktrunde getrennt, weil dieser nicht mit dem nötigen Engagement bei der Sache zu sein schien.

Nach einjährigem Gastspiel beim 1. FC Saarbrücken kehrt der Hongkongchinese Leung Chu Yan ins Remstal zurück – der Penholderspieler ist auf der Weltrangliste derzeit „nur“ auf Position 81 notiert, war aber vor fünf Jahren auch schon bis auf Rang 16 vorgestoßen. Leung, der bei den Saarländern eine 8:9-Bilanz erspielte, genießt noch immer einen sehr guten Ruf in Plüderhausen.

Als neue Nummer drei wurde Jiri Vrablik verpflichtet, der ebenfalls aus Saarbrücken zu den Württembergern wechselt. Bei den Saarländern kam der großgewachsene, muskulöse Tscheche, der nur auf drei DTTL-Einsätze 2009/10 zurückblicken kann, nicht über einen Reservistenstatus hinaus, wurde dort allerdings wegen seiner sympathischen, bescheidenen Art und seiner Mannschaftsdienlichkeit hoch geschätzt. Nun hat der im Welt-Ranking zurzeit noch auf Position 160 geführte Nationalspieler seines Landes endlich die Chance, zum Bundesliga-Stammspieler zu werden und unter Beweis zu stellen, was tatsächlich in ihm steckt. Sein neuer Verein hofft darauf, dass der auch als Doppel-Spezialist geltende Vrablik dort eine ähnliche Entwicklung durchläuft wie seinerzeit Robert Svensson oder Jakub Kosowski, die in ihrer Plüderhausener Zeit zu guten Erstligaspielern gereift sind. Als Empfehlung bringt der Neuzugang den Gewinn der tschechischen Rangliste vor einigen Wochen mit ins Remstal – bei diesem Turnier konnte er unter anderem einen Petr Korbel auf Distanz halten.

Zudem gelang ein ungewöhnlicher Coup: Erstmals in der Klubgeschichte spielt mit dem 19-jährigen Philipp Floritz, der der Hanauer Trainingsgruppe Helmut Hampls angehört, ein junger, hoch talentierter deutscher Nachwuchsspieler beim SVP. Floritz, immerhin Jugend-Vize-Europameister im Einzel und Silbermedaillengewinner mit dem DTTB-Team bei der Jugend-WM 2010, kam vom Zweitligisten Hilpoltstein. In Plüderhausen wird man versuchen, den blonden Angriffsspieler an das fraglos hohe Erstliganiveau heranzuführen, ähnlich wie es die TG Hanau mit Top-Talent Patrick Franziska erfolgreich praktiziert.

Hatte man ursprünglich nur mit einem Drei-Mann-Kader kalkuliert, was natürlich hohe Risiken im Verletzungsfall beinhaltet, konnte man am Ende sogar fünf Akteure von Bundesligaformat melden und darf nun personell aus dem Vollen schöpfen. Mit dem sympathischen Routinier Trinko Keen, letzte Saison noch Mitglied der „Übermannschaft“ Borussia Düsseldorf, hat ein weiterer Ex-Plüderhausener unterschrieben und zugesagt, im Notfall zur Verfügung zu stehen. Eigentlich hat der hochgewachsene Linkshänder aus Holland seine aktive Karriere beendet, wird aber weiterhin regelmäßig trainieren und sich fit halten, so dass er bei Bedarf durchaus nochmals mit Erfolgsaussichten für die Schwaben an die Platte gehen könnte.

Ganz wichtig – auch für die Plüderhausener „Seele“ – ist natürlich der Verbleib von Aleksandar Karakasevic, den man eigentlich befürchtet hatte, nicht halten zu können. Dazu lesen wir auf der neu gestalteten SVP-Homepage folgendes: „Das Plüderhäuser „Inventar" hat es auch dieses Mal nicht übers Herz gebracht „seine Familie" zu verlassen: Unser „Kara", Aleksandar Karakasevic, hat doch noch zugesagt, eine weitere Saison zu den von uns festgesetzten Bedingungen für den SVP zu spielen, womit wir eigentlich keinesfalls gerechnet hatten. Von ihm werden wir sicherlich wieder viele spektakuläre Matches erleben, bei denen ihm die TT-Freunde erneut zujubeln - von ihm aber auch wieder enttäuscht sein werden, wenn er einen schlechten Tag erwischt. Wir hoffen aber, dass mehr die erste Variante zum Tragen kommen wird, als die zweite.“

Fraglos hat der SV Plüderhausen eine interessante Truppe zusammengestellt, die zwar nicht zu den Topteams der Liga zu zählen ist, jedoch auch gegen kaum einen Gegner komplett chancenlos sein dürfte. Die Fans dürfen sich wieder auf interessante Partien in der Hohbergsporthalle und auch auswärts freuen.
 
Quelle: DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
Foto: Dr. Stephan Roscher